Mehr über EndoPredict®

Hintergrund

Seit der Erkenntnis, dass es sich beim Mammakarzinom um keine einheitliche Erkrankung handelt, sondern um eine Vielzahl von Subgruppen mit sehr individuellen Charakteristika, werden auch die Therapiewege immer individueller auf die einzelne Patientin abgestimmt.

Grundvoraussetzung für eine personalisierte Therapie ist die präzise Charakterisierung des einzelnen Tumors. Die Analyse des Tumors durch den Pathologen und die klinische Erfahrung der behandelnden Gynäkologen und Onkologen sind Dreh- und Angelpunkt jeder modernen Brustkrebs-Therapie.

Doch während der sinnvolle Einsatz von Antihormonen und Antikörpern durch die entsprechende Diagnostik schon viele Jahre eindeutig definiert werden kann, war lange nicht klar, welche Patientin auf eine adjuvante Chemotherapie verzichten kann. Zwar ist bekannt, dass hier in großem Maße „zur Sicherheit“ übertherapiert wurde und wird, allerdings gab es keine wissenschaftlich validierten Testmöglichkeiten, um herauszufinden, für welche Patientin genau diese Chemotherapie eine unnötige Belastung darstellt.

Seit 2011 steht mit EndoPredict dem Pathologen vor Ort erstmals ein Genexpressionstest zur Verfügung, der die Prognose der einzelnen Patientin präzise voraussagt. Patientinnen mit einer sehr guten Prognose können auf eine Chemotherapie verzichten. Infrage kommt die Untersuchung für Patientinnen mit Hormonrezeptor-positivem/HER2-neu-negativem Mammakarzinom. Studien belegen, dass etwa 60 Prozent der getesteten Patientinnen zur Niedrigrisikogruppe gehören. Hier liegt das Metastaserisiko im Durchschnitt bei weniger als fünf Prozent innerhalb von zehn Jahren.