Mehr über EndoPredict®

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Brustkrebs ist nicht gleich Brustkrebs. Tatsächlich verbergen sich hinter dieser Diagnose viele verschiedene Krankheitsbilder. Deswegen muss für jede Patientin die zu ihrem Tumor passende Behandlung gefunden werden. Internationale Leitlinien bieten Medizinern eine Grundlage, um Behandlungsentscheidungen zu treffen. Doch nicht alle Therapiefragen lassen sich klar anhand der Leitlinien beantworten. Bei vielen Patientinnen ist nicht sicher zu sagen: Brauchen sie eine Chemotherapie? Und wenn ja, welche? Profitieren sie wirklich von der langjährigen antihormonellen Behandlung? Sind weitere zielgerichtete Therapien angezeigt?

Um diese Fragen eindeutig zu beantworten, reichen die bisher zur Verfügung stehenden Mittel oft nicht aus. Eine genauere Diagnostik des Tumorgewebes ist notwendig. Möglich wird dies durch eine genaue Analyse spezieller krankheitsrelevanter Gene im Tumor.

Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Firma Sividon Diagnostics konzentrieren sich genau auf diese Fragestellungen.

Mit dem EndoPredict steht seit 2011 ein Test für Hormonrezeptor-positive und HER2/neu-negative (HR+/Her2-) Tumoren zur Verfügung, mit dessen Hilfe die Entscheidung für oder gegen eine Chemotherapie getroffen werden kann. Der Test beruht auf einer genauen Untersuchung von Genen im Tumor. Geeignet ist der EndoPredict für Patientinnen, die nach Leitlinie ein „mittleres Risiko“ für einen Rückfall haben. Das sind mehr als ein Drittel aller Brustkrebspatientinnen. Die Mehrheit dieser Patientinnen wird weiterhin „zur Sicherheit“ mit Chemotherapie behandelt, obwohl feststeht, dass die überwiegende Mehrheit diese aggressive Therapie nicht benötigt. Mit dem EndoPredict können diese Patientinnen mit „mittlerem Risiko“ eindeutig einer Niedrig- oder Hochrisikogruppe zugeordnet werden. Die Patientinnen mit niedrigem Risiko können auf eine Chemotherapie verzichten, ohne dadurch weniger wirksam behandelt zu werden.

Der „ChemoPredict“ wird entwickelt für die Patientinnen mit HR+/HER2- Tumoren, die ein hohes Risiko für einen Rückfall haben und deswegen eine Chemotherapie bekommen müssen. Der ChemoPredict soll eine Antwort darauf geben, welche Chemotherapie für die jeweilige Patientin am geeignetsten ist: Hat die Patientin einen Nutzen von einer Taxan-basierten Therapie? Reicht die Standardtherapie oder muss die Anzahl der Therapiezyklen erhöht werden? Die relevanten Gene wurden bereits in umfassenden Screening-Studien ermittelt und in einer klinischen Studie untersucht. Zurzeit wird der ChemoPredict klinisch validiert.

Der „SanoPredict“ wird für HR+/HER2- Patientinnen mit niedrigem Risiko (u.a. keine befallenen Lymphknoten) entwickelt. Diesen Patientinnen wird derzeit immer eine antihormonelle Therapie über fünf bis zehn Jahre empfohlen. Die meisten dieser Patientinnen sind aber auch ohne eine antihormonelle Behandlung dauerhaft geheilt. Doch wer genau kann auf diese Therapie verzichten? In Screening-Studien wurden bereits entsprechende Gene gefunden und müssen nun in klinischen Studien validiert werden.

„RESPONSIFY – Genome-based biomarkers leading to validated molecular diagnostic tests for response prediction in breast cancer “ ist ein von der Europäischen Kommission gefördertes Forschungsprojekt, an dem die Firma Sividon Diagnostics zusammen mit weiteren international renommierten Brustkrebsforschern beteiligt ist. Das Ziel des Kooperationsprojekts ist, Brustkrebstherapien gezielter einsetzen zu können und überflüssige Behandlungen zu vermeiden. Für HER2-positive Patientinnen sollen prädiktive Gene identifiziert werden, die Resistenz / Sensitivität gegenüber unterschiedlichen zielgerichteten Therapien (z.B. Trastuzumab) voraussagen können. Bei Patientinnen, deren Tumorzellen keine der drei Rezeptoren (triple negativ) aufweisen, soll ermittelt werden, welche Patientin von der zusätzlichen Gabe eines Angiogenese-Hemmers profitiert. Die entsprechenden Gene werden zurzeit ermittelt.